Klimafeste Gärten
Vortrag der ILE Schwammregion
Ein klimafester Garten trotzt Trockenheit, Hitze und Starkregen, indem er Wasser speichert und Schatten spendet. Richtiges Mulchen, das Pflanzen von trockenheitsresistenten Gewächsen und das Nutzen von Regenwasser nach dem Schwammprinzip stehen dabei im Mittelpunkt. Wie dies in der Praxis ausschauen kann, erklärte die Umweltreferentin des Verbraucherservice Bayern, Stephanie Ertl, bei einem Vortrag der Integrierten Ländlichen Entwicklung Vorderer Bayerischer Wald.
Neben einigen OGV-Vorsitzenden kamen Gärtner und weitere Interessierte zu dem kostenlosen Vortrag im Mai ins Gasthaus Fuchs. Den über 35 Zuhörern stellte sich auch die neue Schwammregions-Projektleiterin Tina Heigl vor, die im Laufe des dreijährigen Aktionsprogramms „Schwammregion Vorderer Bayerischer Wald“ verschiedene Angebote, Maßnahmen und auch eine Vortragsreihe zu verschiedenen Themenbereichen veranstalten will.
Gartenbesitzer vor neuen Herausforderungen
Den Auftakt der Vortragsreihe bildete der Vortrag „Wie wird mein Garten klimafit“, wozu Umweltreferentin Stephanie Ertl verschiedene Lösungen und Möglichkeiten zeigte. Wie das Frühjahr mit seiner großen Trockenheit bewiesen habe, stelle der Klimawandel auch Gartenbesitzer vor neue Herausforderungen: Dürren und andererseits Starkregen und Stürme könnten enorme Schäden anrichten und manche Pflanzen ließen sich nur mit großem Aufwand erhalten. Mit verschiedenen Maßnahmen könne man jedoch auf die Veränderungen reagieren und ein angenehmes Mikroklima im Wohnumfeld schaffen.
Die Referentin erläuterte die Zusammenhänge zwischen Luftfeuchtigkeit und Temperatur, die Verschiebung der phänologischen Jahreszeiten infolge des Klimawandels und ihre Auswirkungen auf die Gärten. Schäden gebe es nicht nur durch Hitze und Trockenheit sowie Extremwetter, sondern auch durch die damit einhergehende Veränderung der Artenvielfalt. Der Artenschutz beginne an der Haustür. Die 16,6 Millionen Privatgärten hätten einen großen Hebel, um gefährdeten Tieren und Pflanzen Schutz und Lebensraum zu geben. Wichtig dabei ist laut Ertl eine struktur- und abwechslungsreiche Gestaltung des Gartens mit Bäumen, Hecken, Trockenmauern, Kraterbeeten, Totholz und Gartenteichen. Vertikale Strukturen nützten nicht nur den Tieren, sondern böten auch den Gartenbesitzern Schatten, Aufenthaltsqualität sowie Schutz vor Wind und Austrocknung.
Mit praxisnahen Beispielen zeigte die Referentin auch, dass so ein Garten alles andere als unschön aussieht. Eine kleine wilde Ecke sei für bedrohte Arten hilfreich. Während möglichst wenig Fläche versiegelt werden sollte, sei gerade beim Gemüsegarten auf möglichst bedeckte Flächen zu achten. Da sei Mulch das Zauberwort, aber in Maßen und entsprechend den Gegebenheiten. Eine Laubdecke könne nicht nur den Boden verbessern, sondern auch Tiere und Pflanzen schützen. Und für den Gärtner bedeute es weniger Arbeit.
Mit einer entsprechenden Pflanzenauswahl, der Nutzung und Rückhaltung von Regenwasser sowie dem richtigen Gießen – lieber selten und dafür ordentlich – lasse sich schon viel bewirken. „Eine gute Planung spart Zeit, Frust und Geld“, sagte Ertl. Und Vielfalt mache resilient. Mit vielen Tipps, Faltblättern zum Nachlesen, der Vorstellung von digitalen Informationsplattformen und Bezugsquellen von passenden Pflanzen endete der Vortrag.
■ Wer den Vortrag verpasste und weitere Informationen zum „Klimafesten Garten“ oder zur Schwammregion sucht, kann sich jederzeit bei Projektmanagerin Tina Heigl per E-Mail an tina.heigl@ile-vbw.de melden.
