Schwammregion zu Gast bei: Brunner, Garten & Landschaft

Schwammregion zu Gast bei: Brunner, Garten & Landschaft

Pflegeleichte und ansprechende Gärten trotz Klimawandel

In vielen Regionen Europas herrscht anhaltende Trockenheit. In einigen Regionen wird über ein Gießverbot diskutiert. Auch in Deutschland wird dies den einen oder anderen der geschätzten 37 Millionen Gartenbesitzer künftig vielleicht treffen. (Zusammen mit den Pächtern von Kleingärten wird die Zahl sogar auf 45 Millionen Gartenbesitzer geschätzt.) Wie die Gärten auch künftig ansehnlich und grün bleiben, darüber informierte der Zierpflanzengärtner Tobias Heumader. Der Marktleiter der Firma Brunner Landschaft und Garten lud auf Initiative der Schwammregion Vorderer Bayerischer Wald und ihrer Projektleiterin Tina Heigl zu einem gut besuchten Vortrag inmitten der grünen „Oase“ in der Stadt Wörth a.d.Donau ein.

verschiedene klimafeste Pflanzen

Der Klimawandel stellt viele Gartenbesitzer vor neue Herausforderungen. Heiße Sommer, längere Trockenperioden und häufiger auftretende Starkregenereignisse verändern die Bedingungen, unter denen Pflanzen wachsen. Deshalb stellt sich immer häufiger die Frage: Welche Pflanzen eignen sich auch unter diesen veränderten Voraussetzungen? Diese Frage hören die Mitarbeitenden auch in ihrem Gartencenter regelmäßig. Die Antwort ist jedoch nicht so einfach, wie es zunächst scheint, so Tobias Heumader. Denn nicht allein die Hitze entscheidet darüber, ob sich eine Pflanze dauerhaft gesund entwickelt. Ebenso wichtig sind ein zum Standort passender Boden, eine durchdachte Pflanzenauswahl und die richtige Pflege. Viele Pflanzen, die als trockenheitsverträglich gelten, bereiten nicht im Sommer Probleme, sondern reagieren empfindlich auf Winternässe oder Staunässe. Andere gedeihen erst dann dauerhaft gut, wenn ihre Standortansprüche berücksichtigt werden.

Vortrag mit Tobias Heumader, Verkaufsleiter und Ziergärtner bei Brunner Garten & Landschaft

Tipps zur heimischen Gartengestaltung hatte Heumader für die Zuhörer einige. Er stellte klimaresistente Pflanzen vor und erklärte, was einen zukunftsfähigen Garten ausmacht. Auf was man achten kann:

  • Ausreichend Grünmasse: Die Pflanzen beschatteten sich gegenseitig. Durch eine große Blattoberfläche verstärkt sie auch die sogenannte Verdunstungskühlung.
  • Trockenheitsverträgliche Mischung: Als Pflanzen für sonnige und trockene Standorte gelten Arten wie Lavendel, Steppensalbei, Blauraute oder Bartblume. Sie sind hitze- und trockenheitsverträglich, aber nur unter den richtigen Bedingungen. Bei der Pflanzung ist unbedingt auf durchlässigen Boden zu achten. Gerade im Winter treten hier Probleme auf. „Trockenheitsverträglich bedeutet nicht automatisch unkompliziert.“
  • Boden, Untergrund: Lehmböden speichern Wasser gut und haben viele Nährstoffe. Die dichte Struktur leitet allerdings Wasser schlecht weiter und vermindert den Sauerstoffgehalt. Anhaltender Niederschlag begünstigt Wurzelfäule. Sandböden können Wasser hingegen schlecht halten und haben wenig Nährstoffe. Der Idealboden ist eine Mischung beider Eigenschaften: Boden, der Wasser gut aufnimmt, gut behält und gut wieder abgibt – wie ein Schwamm.
  • Was hilft zur Bodenverbesserung: Humus aufbauen. Der Aufbau von einem Zentimeter natürlichen Humus dauert gut 100 Jahre. „Fette, schwere Böden“ kann man mit Sand und Kies „abmagern“.
  • Kiesgarten versus Schottergarten: Während Kies als Wärmespeicher für wärmeliebende Pflanzen und gegen Verdunstung eingesetzt werden können, sind Schottergärten große Steinflächen, die als Hitzeherde gelten. Häufig liegen sogenannte Unkrautvliese unter den Schotterflächen, die die Bodenleistung behindern. Langfristig töten sie den Boden ab und letztlich auch die Pflanzen.
  • Mulchen: Organisches Material wie Schnittgut, Grüngut, Rindenreste oder Holzhäcksel um die Blumen und Pflanzen im Beet verteilen oder gleich mineralischen Mulch wählen, der zusätzlich Wärme im Boden hält und seltener ergänzt werden muss. Die Deckschicht verhindert neben Verunkrautung auch Erosion, ermöglicht Belüftung, speichert Wasser und minimiert die Verdunstung. Da bei organischem Mulch der Verrottungsprozess dem Boden Stickstoff entzieht, empfiehlt der Fachmann vor dem Mulchen den Boden zu düngen. Bei Verwendung von Rindenmulch sind auf die enthaltenen Gerbstoffe zu achten. Sie versauern den Boden, was nicht alle Pflanzen vertragen.
  • Pflanzenauswahl: Mediterrane aber auch ursprünglich in Nordamerika heimische Pflanzen mit ähnlichem Klima seien allesamt trockenheitsverträglich. (Eine Liste ist unter dem Link im Bericht befindlich).
  • Was bedeutet Trockenheitsverträglich?: Diese Pflanzen lieben trockene Böden, aber ganzjährig. Für unsere Region sind sie deshalb nur zur zum Teil geeignet. Viele sterben im Winter durch nässere Bodenstandorte ab. Abdecken der Pflanzen kann hilfreich sein.
  • Rasen: Aus Sicht des Gartenfachmanns sollten diese Flächen so klein wie möglich gehalten werden, sofern sie nicht als Spielfläche benötigt werden.
  • Gießen: Am sinnvollsten morgens gießen: Der Boden ist noch kühl, das Wasser verdunstet langsamer. Risiko für einen Schneckenbefall ist geringer. Tägliches Gießen ist nicht immer nötig, dafür sollte durchdringend gewässert werden.
Auswahl klimafester Pflanzen

Hintergrund: Unter dem Motto „Schwammregion vor Ort – zu Gast bei…“ will die Integrierte Ländliche Entwicklung (ILE) Vorderer Bayerischer Wald ihr Modellprojekt unter die Leute bringen. Positivbeispiele zeigen, Anregungen mitnehmen, vernetzen – darum geht es nach den Worten von Projektmanagerin Tina Heigl. Der Vortrag im Gartencenter des Wörther Betriebs war nicht nur für den Marktleiter eine Premiere, sondern auch der Auftakt dieser speziellen Aktionsreihe.

Es war Premiere für den Wörther Betrieb und Marktleiter Heumader, der sein umfangreiches Wissen mit den vielen Anwesenden teilte. Und neben zahlreichen Tipps und Basiswissen zu Boden, Pflanzen, Pflanzauswahl und Pflegetipps hatte er zusammen mit seiner Kollegin auch eine Kostprobe der speziellen Naturerde mit Mykorrhiza-Pilzen angereichert sowie einem Fragebogen mit Einschätzung des eigenen Potentials. Der eigens für den Vortrag konzipierte Vortrag kann gerne unter
https://www.gartencenter-brunner.de/klimawandel-im-garten/ oder mittels QR-Code runtergeladen werden.

QR Code Vortrag Klimafeste Gärten

Kontakt:
Schwammregion Projektmanagerin Tina Heigl
tina.heigl@ile-vbw.de
Tel. 0175 4441142

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