Vortragsreihe zu Schwammregion gestartet:
Gärten klimafit machen
Ein klimafester Garten trotzt Trockenheit, Hitze und Starkregen, indem er Wasser speichert und Schatten spendet. Richtiges Mulchen, das Pflanzen von trockenheitsresistenten Gewächsen und das Nutzen von Regenwasser nach dem “Schwamm”-Prinzip stehen dabei im Mittelpunkt. Wie dies in der Praxis ausschauen kann, erzählte die Umweltreferentin des Verbraucherservice Bayern, Stephanie Ertl, unlängst in Zell.
Zum Auftakt dieser neuen Vortragsreihe zum Modelprojekt “Schwammregion” lud die ILE Vorderer Bayerischer Wald interessierte Bürgerinnen und Bürger aus der ganzen Region ein und neben einigen OGV-Vorsitzenden kamen Gärtnerinnen, Gärtner und auch Interessierte zum kostenlosen Vortrag ins Gasthaus Fuchs nach Zell. Über 35 Zuhörer konnten Bürgermeister Thomas Schwarzfischer und die ILE-Mitarbeiterinnen dazu begrüßen. Hierbei stellte sich auch die neue Schwammregions-Projektleiterin Tina Heigl vor, die im Laufe des dreijährigen Aktionsprogramms „Schwammregion Vorderer Bayerischer Wald“ verschiedene Angebote, Maßnahmen und auch eine Vortragsreihe zu verschiedenen Themenbereichen machen will, um mit den Folgen des Klimawandels besser umgehen zu können.
Den Auftakt der Vortragsreihe bildete der Vortrag “Wie wird mein Garten klimafit”, wozu die Umweltreferentin Stephanie Ertl verschiedene Lösungen und Möglichkeiten aufzeigte. Wie das Frühjahr aufgrund großer Trockenheit zeigte, stellt der Klimawandel auch Gartenbesitzerinnen und -besitzer vor neue Herausforderungen: Dürren und andererseits Starkregen und Stürme können enorme Schäden anrichten und manche Pflanzen lassen sich nur mit großem Aufwand erhalten. Mit verschiedenen Maßnahmen könne man jedoch auf die Veränderungen reagieren und ein angenehmes Mikroklima im Wohnumfeld schaffen. Eingangs stellte sich die Referentin sowie den Verbraucherservice im KDFB e.V. vor. Sie erläuterte zum einen die Zusammenhänge zwischen Luftfeuchtigkeit und Temperatur, die Verschiebung der phänologischen Jahreszeiten infolge des Klimawandels und ihre Auswirkungen auf die Gärten.
Schäden gibt es nicht nur durch Hitze- und Trockenheit sowie Extremwetter sondern auch durch die damit einhergehende Veränderung der Artenvielfalt. Ertl informierte über Mückenmonitoring sowie Meldemöglichkeiten von Schadorganismen bei Pflanzen und Insekten und Tieren. Der Artenschutz beginne an der Haustüre und bei 16,6 Millionen Privatgärten hätte man hier einen großen Hebel, um gefährdeten Tieren und Pflanzen Schutz und Lebensraum zu geben. Wichtig dabei ist eine struktur- und abwechslungsreiche Gestaltung des Gartens mit Bäumen, Hecken, Trockenmauern, Kraterbeeten, Totholz und Gartenteich. Vertikale Strukturen nutzen nicht nur den Tieren, sondern bieten auch den Gartenbesitzern Schatten und Aufenthaltsqualität und Schutz vor Wind und Austrocknung.
Dabei zeigte die Referentin praxisnahe Beispiele, das so ein Garten alles andere als unschön aussieht. Eine kleine wilde Ecke sei für bedrohte Arten hilfreich. Bei der Grundstücksgestaltung solle auch immer Fließrichtung und -geschwindigkeiten des Wassers berücksichtigt werden. Während möglichst wenig Fläche versiegelt werden sollte, ist gerade beim Gemüsegarten auf möglichst bedeckte Flächen geachtet werden. Hier ist Mulch das Zauberwort, aber in Maßen und entsprechend den Gegebenheiten. Eine Laubdecke kann nicht nur den Boden verbessern, sondern auch Tiere und Pflanzen schützen. Und für den Gärtner, die Gärtnerin bedeutet es weniger Arbeit.
Mit der entsprechenden Pflanzenauswahl, der Nutzung und Rückhaltung von Regenwasser sowie dem richtigen Gießen – lieber selten und dafür ordentlich – lasse sich schon viel bewirken. “Eine gute Planung”, so Ertl, “spare Zeit, Frust und Geld! Und Vielfalt mache resilient.” Dazu stellte die Diplom-Geographin viele Faltblätter, digitale Informationsplattformen und Bezugsquellen von passenden Pflanzen vor und beantwortete zahlreiche Fragen. Mit einem kleinen Präsent und einem großen Applaus bedankte man sich bei der Referentin. Wer weitere Informationen zum Vortrag oder zur “Schwammregion” kann sich jederzeit an die neue Projektmanagerin Tina Heigl unter tina.heigl@ile-vbw.de wenden.
Weitere Aktionen folgen!

Zum Auftakt einer neuen Aktionsreihe zur „Schwammregion“ lud die ILE Vorderer Bayerischer Wald zu einem Vortrag mit der Umweltreferentin Stephanie Ertl nach Zell ein und setzte sich mit dem Thema „Klimafeste Gärten“ auseinander.