Zu Gast bei der NaBau eG
ILE und Sozialauschuss besichtigen weiteres Wohnprojekt
Im vergangenen Jahr bereits griff der Arbeitskreis „Wohnen und Gemeinschaft im Alter (AK WuGiA)“ in Wörth a.d.Donau das Thema auf, wie man in Zukunft weiter selbstbestimmt im Alter wohnen kann. Denn während wir alle älter werden, wandeln sich die familiären Unterstützungsstrukturen. Zudem müssen Gemeinschaft und Bezahlbarkeit Hand in Hand gehen. Aus diesem Grund ging der Sozialausschuss der Stadt Wörth und die ILE Vorderer Bayerischer Wald erneut auf Exkursion und besuchte kürzlich das Wohnprojekt „Haus mit Zukunft“ der NaBau eG. NaBau steht für Genossenschaft für nachhaltiges Bauen und nachbarschaftliches Wohnen.
Als erstes generationenübergreifendes und inklusives Wohnprojekt im genossenschaftlichen Eigentum vereint es 35 Wohneinheiten unter einem Dach und dazu CO2-neutral. Genossenschaftliches Bauen und Wohnen wird als der dritte Weg – als Alternative zu Miete und Kauf – angesehen. Angesprochen werden Menschen, die sich kein Eigentum leisten können oder wollen und trotzdem selbstbestimmt wohnen möchten. Bei dem Genossenschaftsmodell ist die Genossenschaft Bauherrin und dauerhaft Eigentümerin des Gebäudes.
Neben barrierefreien baulichen Lösungen und Aspekten der Klimaanpassung steht das soziale Management im Fokus. Ein Gemeinschaftsraum, eine integrierte Beratungsstelle und ein gemeinsamer Garten bilden das Herzstück des Miteinanders. Mittlerweile gibt es in Burgweinting ein weiteres genossenschaftliches Wohnprojekt der NaBau eG mit 23 Wohneinheiten. Im Mittelpunkt der Überlegungen stand der Gedanke „weniger Eigenfläche, mehr Miteinander“. Der Mehrwert dieser „Wohngemeinschaft“ nährt sich aus dem Einbringen der Bewohner, die ihr Wohn- und Lebensumfeld selbst mitgestalten.
Die beiden Vorstände Christian Taudt und Barbara Untergrabner empfingen die zehnköpfige Gruppe, bestehend aus Interessierten aus Wörth, Wiesent, Brennberg und Regensburg. Organisiert wurde die Exkursion vom Projektmanager Thomas Kuhnt von „Lebendige Zentren – Leben findet Innenstadt“ Wörth a.d. Donau. Beide Vorstände zeigten ihnen nicht nur Einblicke in die beiden Wohnprojekte, sondern sprachen auch Klartext. „Am Anfang der Planung gibt es viele Ideen und Gestaltungswünsche, die am Ende aber nicht wirklich finanziert werden können!“ Hier gilt es schon im Vorfeld viele Extrawünsche zu selektieren.
Und das Miteinander? Die Bewohner organisieren selbst Gemeinschaftsabende. Es gibt regelmäßig Kinoabende, Erzählabende oder Schafkopfrunden. Sie alle werden von Mitbewohner/Innen initiiert. Und natürlich gibt es auch welche, die sich nicht oder nie beteiligen. „Aber das darf nicht im Mittelpunkt stehen, sonst werden sie hier nicht glücklich!“ Am Ende einer sehr interessanten Besichtigung ermunterten beide dazu: „Machen Sie sich auf den Weg und trauen Sie sich. Ich würde nie mehr anders wohnen wollen!“
Bild: Eine Exkursion des Sozialausschusses Wörth und der ILE Vorderer Bayerischer Wald führte zum genossenschaftlichen Wohnprojekt „Haus mit Zukunft“ in Burgweintin.
Foto: Thomas Kuhnt